Huayhuash - Basecamp-Anmarsch und Akklimatisierung (21.-27.08.15)

 Am Samstag, dem 22. August, ging es um 5 Uhr morgens los. Die Strassen von Huaraz waren noch leer und dunkel. Irgendwann fuhr unser Taxi vor und wir trauten unseren Augen nicht recht. Ein Mercedes Bus mit 30 Plätzen hielt. Auf meine Frage, ob er nach Llamac fährt sagt er "si". Nun gut, anscheinend geht es mit dem Bus besser , die Strasse nach Llamac hinauf zu fahren, da sie "eher" schlecht sei. Hm, was erwartet uns da? Auf jeden Fall haben wir somit unseren eigenen Bus und die Fahrt geht schon bald los. Noch im dunkeln lassen wir Huaraz hinter uns und fahren Richtung Süden. Als es Tag wird, erkennen wir, wie unglaublich schön hier die Landschaft ist. Die Strasse schlängelt sich durch riesige Hochebenen, geziert mit Gletscherbedeckten Gipfeln und ab und an einem rudimentären Bauernhof am Strassenrand. Wir geniessen die Fahrt sehr! Für mich war es sehr eindrücklich, durch diese Gegend zu fahren. Ich war glücklich, zufrieden und froh, dass wir Huaraz und alle "Stadtprobleme" hinter uns lassen können und das Abenteuer nun startet. Die Strasse schlängelt sich von 4000m auf ca. 3300m in die kleine Stadt Chiquian hinunter. Dort machen wir eine Pause und gehen mit unserem Busfahrer einen Kaffee trinken. Er genehmigte sich noch einen Teller Reis mit Poulet. Im Nachhinein muss ich sagen bin ich froh, hatte er sich für die kommende Fahrt noch gestärkt.


Mit dem Wort "Vamos" von unserem Busfahrer, startete ein neues Abenteuer: die Fahrt von Chiquian nach Llamac! Die Strasse bestand aus Erde, Kies und Steinen und war zum grössten Teil sehr eng und ausgesetzt. Zuerst fuhren wir bis auf 2800m hinunter, bevor es durch Schluchten mit reissenden Flüssen wieder hinauf nach Llamac auf 3300m ging. In meinem Tagebuch notierte ich folgendes: "Mein Herz pochte die ganze Zeit! Der Weg schlängelte sich durch das Valley und führte am Ende ganz hart an einer 100m tiefen Schlucht mit Fluss vorbei. Der Hang war ultra abschüssig. Und dann kam uns tatsächlich ein Lastwagen entgegen!" Nun, ich glaub ich mag mich errinnern, dass mein Herz noch mehr arbeiten musste. Nach ein paar mal hin und her zirkeln ging es gerade knapp vorbei. Millimeter Arbeit! Um 10 Uhr erreichten wir das Dorf Llamac.

 Unser Busfahrer holte auch gleich unseren Eseltreiber Marquaz, da er wusste wo dieser sein Haus hatte. Mit 6 herzigen "Eseli" kam dieser auch gleich zu uns. Zügig wurden unsere Sachen auf die Eselgespannt. Naja, eine faire Gewichtsverteilung gab es nicht, aber in der Hälfte wurde immerhin das Gewicht unter den Eseln gewechselt. So musste ich nicht so ein schlechtes Gewissen haben, dass ein Esel gegen die 60kg tragen musste, ein anderer am Beginn mit 10 davon kam. Wie sie sind die Esel, machten sie keine Anstalten dass sie durch das Gewicht gestört sind. Aber ehrlich gesagt machten sie auch nicht gerade Freudensprünge. Ich denke, sie wussten genau, was sie erwartete, wie sich später bestätigte. Und dann ging es los. Wir folgten unseren Eseln durchs Dorf und gelangten anschliessend auch schon bald auf den Wanderweg in Richtung Laguna Jauacocha. Unser Eseltreiber und seine Frau folgten mit einem Pferd. Zumindest eine Person konnte reiten, die andere war wie wir auch zu Fuss unterwegs. Mit meinen paar Brocken Spanisch versuchte ich mich mit Marquaz ein wenig zu unterhalten, was auch so halbwegs gelang. Dennoch, wirklich viel verstanden habe ich nicht, doch ein paar "si, si" und lachen erhellte die Stimmung tiptop. Auch wenn man sich gegenseitig nicht all zu gut versteht, so kann man es dennoch lustig haben. Gegen fünf Uhr erreichten wir das Ende der Laguna Jauacocha. Es begann leicht zu regnen, währenddessen wir unsere Zelter aufstellten. Zum Glück konnten wir gleich alles Material im Zelt in Sicherheit bringen bevor es richtig zu regnen begann. Unser Eseltreiber verabschiedete sich und ritt zurück ans andere Ende der Laguna Jauacocha wo er zusammen mit seiner Frau in einer Steinhütte übernachtete, um am nächsten Morgen nach Llamac zurück zu kehren.

 Am Sonntag, dem 23. August, stieg ich zuerst mit leichtem Gepäck die 300hm hinauf zur Laguna Rasaqcocha, unser geplanter Basecamp-Platz. Ich entschied, dass er eigentlich optimal ist und wir damit beginnen können, das Material hinauf zu tragen. Einen Nachteil hatte es jedoch: Die Sonne kam dort erst um 09:00 Uhr zum Vorschein, da wir im Schatten von der langen Rasac-Kette standen (daher "Rasaqcocha"). Als ich zurück beim Basecamp bin, plagen mich sehr starke Kopfschmerzen. Ich lag zuerst im Zelt herum, doch schon bald wurde es unerträglich heiss im Innern und ich flüchtete unter einen Stein. Währenddessen konnte Damian die ersten paar Ladungen Material hinauf an ein Depot transportieren. Am nächsten Tag ging es mir wieder besser und um 6 Uhr morgens startete ich mit dem ersten Transport hinauf. Für mich folgten heute noch 2 weitere und gegen Abend hatten wir endlich alles Material oben. Jetzt mussten wir es am Folgetag nur noch ans andere Ende der Laguna Rasaqcocha transportieren. Am Dienstag war dann auch alles hinten und wir konnten damit starten, unser ganzes Basecamp einzurichten und es uns gemütlich zu machen. Gleich am Mittwoch absolvierten wir eine Wanderung zur Akklimatisation auf einen 4990m hohen Aussichtsgipfel. Auf dem Abstieg litt ich wieder unter ziemlich starken Kopfschmerzen, was mir etwas Sorge bereitete. Ich fragte mich, ob ich die Höhe schlecht ertrage, oder ob es von der grossen Sonneneinstrahlung durch den Tag kam. Doch schlussendlich wurde mir bewusst, dass dies bei der Akklimatisierung wohl normal ist, denn nach 1.5 Wochen war ich endlich "schmerzfrei" im Kopf.

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Kommentare: 3
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    Loriann Montague (Mittwoch, 01 Februar 2017 16:33)


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