Huayhuash - Nev. Rasac 6017m - Erstbegehungsversuch in der W-Wand

Am Tsacra Chico Norte entdeckten wir eine schöne Eislinie in der Westwand des Nevado Rasac 6017m. Wir wussten dass die Pfeiler alle geklettert wurden, doch dazwischen noch viel Neutourenpotential bestand. Doch heutzutage geht fast niemand mehr von dieser Seite auf den Rasac, da bereits der Zustieg zur Wand in den Alpen im Bereich SS- ist. Früher war der Gletscher hinauf deutlich besser zu begehen, heute mussten wir beide Eisgeräte gebrauchen. Wir sahen einen möglichen Weg hinauf auf das Gletscherplateau. Alle anderen Wege waren uns einfach schlicht optisch zu gefährlich, da sie unter Abbrüchen vorbeiführten. Und wie uns später zeigte, fällt da häufig etwas runter. 


Nach einem Ruhetag am Sonntag, starteten wir am Montag, dem 31. August um 06:00 Uhr morgens in Richtung Rasac Westwand. Das technische Material hatten wir nach dem Tsacra Chico Norte gleich oben gelassen. Dennoch waren die Rucksäcke mit Food für 4 Tage, Zelt, Schlafsack und allem drum und dran schon hier ziemlich schwer. Um 08:00 Uhr waren wir beim Depot, um 09:00 Uhr erst starteten wir mit dem Aufstieg über den Gletscher. Deutlich zu spät, einer von mehreren Fehlern heute. Beim Bergschrund war ich mir lange nicht sicher, ob ich das Risiko von Eisschlag eingehen soll und in die Wand einsteigen soll. Denn bereits um 08:00 Uhr gabs links von uns einen grossen Eisabbruch. Der Abbruch über uns selbst war nicht allzu fest gefährdet, doch ich sah, dass er riesige Eiszapfen an sich hatte, die abbrechen konnten.


Nach zu langem grübeln stieg ich ziemlich genervt ein, überquerte den Bergschrund an einer guten Stelle und stieg das 50° steile Gelände zügig hinauf. Nach 50m erreichte ich links die Felsen, an denen ich einerseits Stand machen konnte, andererseits wir gut geschützt waren. Als Damian hier war kletterte ich nochmals 20m hinauf und machte erneut Stand, da wir hier noch besser geschützt waren und wir es so gleich in 50m zum nächsten Felsen schaffen sollten. Es folgte die 3. Länge mit hartem Schnee und oben Blankeis. Ich konnte gerade unter einem Felsen im Eis Stand machen und Damian nachsichern. Als er hier war kletterte er die nächste Länge vor, querte nach im Eis nach links und dann knackste es ziemlich laut, es gab wie einen Knall. Ich kannte dieses Geräusch, dies entsteht wenn Spannung verloren geht, anders ausgedrückt: wenn Eis bricht, sich löst oder sonst etwas. Ich wurde sofort sehr nervös, gab Damian die Anweisung dass er sofort nach links hinaus solle und dort in gutem Eis einen Stand einrichten soll. Ich wusste, dass das Eis hier nicht zu dick ist und unten sicherlich schon bald Fels kam. Irgendwie hatte ich Angst, Angst dass die ganze Eisplatte abbricht. Damian stiess jedoch auf Pulver und kam nur langsam vorwärts. Ich bereitete alles so vor, dass ich den Stand zügig abbauen konnte und hinüberklettern konnte, was ich dann auch machte. Der Stand war jedoch ziemlich mies, so kletterte ich durch grund - und haltlosen Pulver nach links an einen Abbruch, an dem ich einen Stand machen konnte. Die nächste Länge kletterte ich wieder vor. Es war mühsam, Pulver, Firn, Eis... alles wechselte sich ab. Und zum Schluss gab es ein nervenaufreibendes "Rumeiern" auf grundlosem Pulver. Mit Händ, Bauch und allem drum und drann "schwamm" ich regelrecht über den Spaltenrand hinein in die Spalte, in der ich einen guten Stand bauen konnte und Damian nachsicherte. Er kletterte dann gleich rechts um die Spalte rum und in weiteren 30m hinauf zu einer nächsten Spalte. Auch hier, viel viel Pulver... dann musste ich schweren Herzens entscheiden, dass wir abbrechen mussten. Wir waren schlicht viel zu langsam unterwegs, unsere Rucksäcke zu schwer, und ich denke auch im Nachhinein, wir der Wand nicht gewachsen. Für 200m klettern benötigten wir fast 4h. Doch lustig war es trotzdem.


Die letzte Länge stiegen wir ab, dann richtete ich zweimal eine Eissanduhr ein, damit wir 2x50m abseilen konnten. Zum Schluss kletterten wir nochmals 50m ab. Ich gab Gas, den hier unten waren wir ausgesetzt. Trotz der Nachmittagswärme hielt die Brücke über den Bergschrund noch. Der Abstieg über den Gletscher ging flott von statten. Unten gönnten wir uns ziemlich erschöpft eine M-Budget Tafel Schokolade... ein Traum nach solcher Anstrengung! Dennoch ziemlich enttäuscht und erschöpft nehmen wir mit allem Material den restlichen Abstieg ins Basecamp in Angriff. Gerade als es vollständig eindunkelt, erreichen wir das Camp. Nach Polenta verkrochen wir uns ziemlich rasch in den warmen Schlafsack. Ein harter (in psychischer und physischer Weise), aber sehr lehrreicher Anden-Tag neigte sich dem Ende zu.


Doch wie sagt Werner Munter: "Ob etwas positiv oder negativ ist, kommt darauf an, wie man die Sache sieht!". Zuerst war ich natürlich sehr niedergeschlagen, doch im Nachhinein realisierte ich, wie viel wir auf dieser Tour gelernt haben und dass wir nun die nächsten Abenteuer mit mehr Wissen und Erfahrung in Angriff nehmen können!

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Kommentare: 3
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