Huayhuash - Nev. Rasac 6017m - Südostgrat

Wie bereits vor einer Woche marschierten wir wieder in Richtung Yerupaja Westgletscher. Diesmal stiegen wir jedoch bis auf 5100m auf, wo wir unser Zelt direkt auf der staubigen Moräne aufbauten. Im Nachhinein stellte sich dies als Fehler heraus, roter Sand und Dreck lassen grüssen. Ich transportierte noch alles technische Material hinauf zum Gletscher, damit wir mit leichtem Rucksack starten konnten. Dann gab es das "Znacht", immer ein Highlight für mich, denn ich hatte immer unglaublich Hunger. Trek' n Eat "Reispfanne Balkanart", nebst "Pasta Primavera" (mein Lieblingsgericht) ein grosser Favorit aus der Trockennahrungs-Speisekarte.

 

Am nächsten Tag war um 02:30 Uhr Tagwache und ich freute mich wieder an meinem Müsli! Heute war es deutlich weniger kalt, denn schon nach 10 Minuten musste ich mich meiner Daunenjacke entledigen. Auch den Weg verfehlten wir dieses Mal nicht und so waren wir bei Tagesanbruch bereits mitten im Gletscher. Kurz danach erreichten wir den Sattel und kletterten ziemlich zügig den uns bereits bekannten Seria Norte Ostgrat hinauf. Um ca. 08:30 Uhr standen wir im Sattel und gönnten uns eine längere Pause, bevor wir uns an den Rasac Südostgrat machten. Von hier aus sah er ziemlich eindrücklich und steil aus. Doch es wurde tatsächlich wurde es nicht all zu einfach. Der Firn war teilweise gespickt mit "Mörderschnee", weshalb wir von Zeit zu Zeit in den Fels auswichen. Dieser war jedoch alles andere als angenehm. Wie wir bereits von unten erahnten, bestätigten sich die Erwartungen, dass er wohl ebenfalls unter die Kategorie "Steinbruch" gehörte. So kletterten wir immer abwechselnd in Fels, Eis und Schnee. Die Höhe machte sich langsam bemerkbar, wir kamen nur noch schleichend vorwärts. Selbst das Einschlagen des Pickels brauchte mehr Kraft als sonst. Gerade zur Mittagszeit um 12:00 Uhr erreichte ich den letzten überwächteten Firngrat, der in angenehm steiler Kletterei auf den 6017m hohen Hauptgipfel des Nevado Rasac führte.


Wir waren glücklich, in diesem Moment unseren ersten 6000er bestiegen zu haben. Es war angenehm warm, denn es ging nur ein laues Lüftlein. Wir genossen während einer ausgiebigen Pause das wunderbare Panorama, die Stille und die wohltuenden Schlucke Peronin (Hightech-Food von Trek'n Eat) die uns wieder Kraft verleiten. Doch bekanntlich sind wir ja erst in der Hälfte der Tour, was sich auch hier bestätigte. Der Abstieg zog sich dahin. Auch das abklettern verlangte einiges an Konzentration und Energie. Am späten Nachmittag erreichten wir das Col. Schleppend langsam ging es anschliessend über den nicht enden wollenden Yerupaja Westgletscher. Um 17:00 Uhr erreichte ich endlich das Zelt und nahm so gleich den Kocher in Betrieb um Tee und Suppe zu kochen. Das einzige was wir hier oben noch hatten... Als Damian eintraf konnten wir auch gleich essen und uns anschliessend für 10min ins Zelt legen. Doch ich wollte noch weiter hinunter auf 4700m. Mir war schon den ganzen Nachmittag ziemlich übel und ich hatte ein ganz komisches Gefühl in Hals und Magen. Unten hatten wir ein Depot mit Nahrung, dies war natürlich die Hauptmotivation das Zelt abzubauen und unten wieder aufzustellen. Doch kurz vor dem Eindunkeln erreichten wir es und stellten das Zelt an seinen gewohnten Platz. Nach einer super stärkenden Polenta mit Tomatensauce fielen wir beide in einen tiefen Schlaf.


Am nächsten Morgen war mir wieder besser und ich genoss das Morgenessen. Anschliessend räumten wir wieder alles auf und stiegen hinab an die Laguna Jauacocha, von wo aus die doch etwas "nicht erwünschten" 300hm Gegenanstieg auf uns warteten. Tönt nicht wirklich nach viel, auf über 4000m, mit schwerem Rucksack und nach einer anstrengenden Tour wird die Sache wohl eher zur Tortur... zu mindest für Bergsteiger wie uns. Glücklich und mit der Gewissheit, uns nun erholen zu können erreichen wir am Mittag unser Basecamp, wo wir nach dem Mittagessen ein ultra hammermässig gutes "Mousse au Chocolat" verputzten. Unglaublich, wie schön so etwas hier oben ist!

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Kommentare: 1
  • #1

    Raphael Wellig (Sonntag, 11 Oktober 2015 17:03)

    Hallo Marcel und Damian

    Herzliche Gratulation zu euren super Touren in Peru.
    Ich wünsche euch weiterhin viel Spass und Erfolg.

    Viele Grüsse von
    Raphael Wellig / Raeffu