Huayhuash - Huaraz und Rückreise (16.-25.09.15)

Der Mittwoch war ein lustiger Tag, der Tag begann mit nicht auffindbaren Müsli. Als dann auch noch Damians Sackmesser und sein gelber Rucksack nicht auffindbar waren, wurde es uns klar. Als wir unterwegs waren, wurden wir bestohlen. Nun ja Jungs, flott habt ihr nicht noch mein schönes Zelt und weitern Inhalt mitgenommen. Aber mit dem muss man rechnen wenn man in Südamerika unterwegs ist. Wir nahmen es mit Humor, gehört ja irgendwie dazu... immerhin wurde uns in den Gassen und überfüllten Strassen nie etwas gestohlen, da bin ich glücklich darüber. Denn mit all dem Gepäck ist es gar nicht so einfach, sich "sicher" fortzubewegen. Durch den Tag begannen wir mit packen. Am Abend am Lagerfeuer (Kerze sei Dank) suchen wir in grösster Verzweiflung unsere noch volle Büche Kimbo-Kaffee (ein einheimisches, ziemlich gutes Gebräu). Doch er ist nicht auffindbar. Hihi, einen weiteren Diebstahlverlust entdeckt. Hoffentlich kommt nicht noch mehr zum Vorschein. Unseren Kaffee-Gelust konnten wir noch mit Incasur Schokkokaffee stillen. 

 

Am Donnerstag war es soweit: Wir mussten von unserem "Zuhause" Abschied nehmen. Nach dem wir alles in unseren Rucksäcken verpackt und den Platz etwas aufgeräumt hatten, marschierten wir gegen den Mittag los. Es war ziemlich heiss, die Rucksäcke natürlich wieder einmal äusserst schwer. Um 15:00 Uhr erreichten wir die Laguna Jauacocha. Doch wir waren noch lange nicht am Ziel, denn dieses Lag am anderen Ende des Sees. Auf Grund eines Bauern in der Nähe entschlossen wir uns, versetzt hin und her zu marschieren (so war das ganze Gepäck in unserem Blickfeld). Auf Grund des vielen Gepäcks mussten wir je zweimal laufen, um alles transportieren zu können. In der Mitte dann ein kleiner "geistiger" Schock für mich. Bereits die ganze Zeit hatte ich das Gefühl, es riecht nach dieser komischen "El Olivar" Sauce (Einheimische Marke). Doch ich dachte mir nichts dabei... Irgendwann kam ich auf die schlaue Idee, meine Tragtasche doch kurz zu durchsuchen, denn ich wusste, dass das Glas in meiner Mammut Cargon Tasche war. Und es kam wie es kommen musste. Ausgerechnet die ver****** El Olivar Sauce... die einzige, die wir beide überhaupt nicht magen. Und zu allem Übel: Am meisten darunter litt mein Schlafsack. Oh je, wie halte ich die Nacht in diesem Gestank nur aus? Ich ärgerte mich sehr! Es war mein Fehler, denn alle anderen Saucen hatte ich redundant in einem Plastiksack. Nur diese nicht. Egal, es ist nun mal so und es ist irreparabel.


Während ich die ganze Sauerei am See putze, macht sich Damian bereits auf den Weg ins Inkacamp. Dies ist ein einheimischer "Campingplatz", wo vor allem die Huayhuash - Trekker ihre Zelte aufschlagen. Ein Auge auf die Sache haben ein älterer Mann und zwei ältere Frauen. Doch es war sehr interessant, mit ihnen ein wenig zu reden (wenn man dies so sagen darf, bei meinen doch sehr niedrigen Spanisch Kenntnisse). Doch lustig war es auch ohne viel Gerede, als ich mit einem riesen Rucksack im Camp einmarschierte, sind sie in lautem Gelächter ausgebrochen. "Burro, un Burro...haha". Dass sie mich als Esel bezeichneten fasste ich als positiv auf, es ist alles eine Frage der Einstellung. Doch es war schon spät, wir kochten noch Teigwaren und verkrochen uns dann ins Zelt, natürlich mit allen Materialen im Zeltinnern. Nun ja, der Gestank... aber egal, irgendwann gewöhnte ich mich daran.


Um 6 Uhr morgens herrschte bereits reges Treiben im Camp. Die Trekker machten sich alle auf den Weg und wir standen plötzlich ganz alleine da. Wir genossen den Tag, das Cola dass sie uns verkauften, und wohl das letzte Mal die Ruhe der Cordillera Huayhuash, bevor es zurück ins Gewimmel von Peru gehen wird. Eigentlich hatten wir mit unserem Eseltreiber für Samstag Morgen in der Früh abgemacht, doch er kam bereits um 13 Uhr am Freitag. Umso besser für uns! Nach kurzem beidseitigem Einverständnis sattelten wir die 4 Esel und verliessen bald darauf das Camp, die traumhafte Lagune und die einmalige Bergwelt, die mir doch sehr ans Herz gewachsen ist! Wie wir wussten, war der "Pace" der Esel ziemlich hoch und so kam es, dass wir auf 4000m gleich unser Lauftraining absolvieren konnten. 3 Stunden später standen wir bereits im Dorf Llamac. Von hier aus wird morgen Vormittag so gegen 11 Uhr wie man uns sagte, der Bus (Nazario) nach Huaraz zurück fahren. Unser Glück war, dass der Eseltreiber ein junges "Eseli" dabei hatte, dass noch nicht so schnell gehen konnte. Für uns war es doch mehr als schnell genug! Wir konnten gleich im Hinterhof von unserem Eseltreiber im Garten neben Hühner und Hunden schlafen. Ein super Abschluss von einer coolen und erlebnisreichen Expedition in Peru!

Die Busfahrt zurück war sehr eindrücklich. Die Landschaft ist wunderbar. Unser Fahrer war top seriös (oder so ähnlich) und so erreichten wir nach 2h Fahrt Chiquian. Hier gab es eine Stunde Mittagspause. Wir steuerten sofort ein Restaurant an und liessen unseren Gelüsten freien Lauf. Zu unserem Verhängnis wie sich später herausstellte. Um 14 Uhr ging die nun deutlich angenehmere Fahrt über die langen Weiden und Hochplateaus weiter zurück nach Huaraz. Um ca. 17 Uhr trafen wir ein und konnten sogleich mit einem Taxi direkt zurück in unser Hotel "Akilpo" fahren. Glücklich bezogen wir unser Zimmer, wir hatten alles unbeschadet überstanden und sind zurück in der Zivilisation. 


Auf Grund unserer "Ess-Exzessen" lagen wir am Sonntag und Montag beide mit üblen Magen-Problemen und Müduigkeit im Bett. Nun ja, wir wussten, dass wir auch schon bessere Ideen hatten, als gewisse Sachen zu verspeisen... doch die Konsequenzen müssen wir jetzt halt auch aushalten. Am Dienstag ging es wieder besser und wir zogen durch die Strassen, kauften Souvenirs und genossen einen feinen Cappuccino im weltbekannten "Café Andino". Mittwochs packten wir durch den Tag alles für die Rückfahrt und Heimreise. Nach der besten Pizza in "Luigi's Pizza" rannten wir durch den Regen zurück ins Hotel. Und oh je: Ich hatte Schüttelfrost... und ich wusste genau, dass darauf Fieber kam. Und dies 2h vor der Abfahrt mit Cruz del Sur! Juhu! Und so war es auch.


Doch ein Dafalgan senkte mein Fieber etwas und ich überstand die 8h Fahrt nach Lima ohne grössere Probleme, auch die Crew erst nach 5h merkte, dass die Klimaanlage nicht lief und die Temperatur im Innern die 30er Marke überstieg. Ich hatte ja sowieso schon vom Fieber heiss, egal... Damian sass in Unterhosen in seinem Sitz, ein älterer Herr hatte Mütze und Decke über sich gezogen, so unterschiedlich kann das Empfinden sein :-) 


In Lima fuhren wir mit einem Taxi in 30 Minuten quer durch die ganze Stadt direkt an den Flughafen "Jorge Chavez". Die Stadt ist wirklich nicht schon. Smog von A bis Z, viele Autos und viele Leute. Mit Fieber muss ich hier wirklich nichts anschauen. Um 07 Uhr waren wir am Flughafen, wir hatten also volle 12.5h zur Verfügung bis unser Flug startete. Mätteli, eine ruhige Ecke und wenig Leute schafften der Langeweile abhilfe. Ich konnte tiptop bis um 14 Uhr schlafen. Auch das Fieber war wieder etwas besser. Nach dem wir am Check In Schalter noch etwas Gepäck umtischen mussten gings dann auch sofort um 17:00 Uhr hinauf in den McDonald und anschliessend durch die Kontrolle und den Immigrationsposten. Nun habe ich einen schönen Peru - Stempel in meinem Pass, juhu!


Pünktlich um 19:30 Uhr startete unser Flugzeug in Richtung Madrid. Eine lang ersehnte Reise nimmt ihr Ende. Ich fliege mit einem guten Gefühl nach Hause, war es doch eine sehr spannende, lehrreiche und vor allem einfach eine schöne Zeit im Land der Inkas und verborgenen Schätze.


Merci Damian für die tolle Zeit in Peru!


Marcel Jaun, 22. Oktober 2015, Uttigen

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Kommentare: 2
  • #1

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