SOMMER 2017

Im Juli war ich viel am Felsen unterwegs. Vom sonnigen Tessin bis hin zum schattigen Genferpfeiler lernte ich viele neue Spots kennen. Im August versuchte ich mit Damian ein seit langer Zeit geplantes Projekt im Berner Oberland. Leider mussten wir auf Grund eines gebrochenen Steigeisens unterwegs abbrechen. Wir kamen zwar immer noch vorwärts, jedoch zu langsam. Etwas später kletterten wir zum Training über das kleine Schreckhorn, das Nässihorn und über den Andersongrat aufs Schreckhorn. Leider verschlechterte sich das Wetter, so mussten wir auch hier einmal mehr abbrechen. Nichts desto trotz, eine wunderschöne, abgelegene und etwas brüchige Überschreitung im Berner Oberland. Viele weitere Touren belohnten uns diesen Sommer. Doch jetzt freuen wir uns auf einen hoffentlich Schnee - und Eisreichen Winter!

Expedition Rondoy

Unser Ziel war die Erstbegehung des Rondoy Westpfeilers in der Cordillera Huayhuash. Vor 2 Jahren stach uns dieser Berg ins Auge und liess uns nicht mehr los. Wir waren begeistert. Ausmasse einer Eigernordwand, abgelegen, kaum je begangen. Die Erstbesteigung gelang Walter Bonatti im Jahr 1961. Sie stiegen von der anderen Talseite auf. Wir wollten von der Laguna Jauacocha aus den Sattel am Fusse des Westgrates erreichen und von dort im Alpinstil auf den Gipfel und zurück klettern. Wir waren beide sehr gut vorbereitet, haben viel trainiert. Doch es kam anders.

 

Zur Akklimatisation kletterten wir 2 Tage im Gebiet Hatun Machay. Zurück in Huaraz erwischte ich leider, wie sich später herausstellte, Salmonellen. Ich verbrachte eine Woche im Bett, Damian stieg bereites in die Berge hoch. Wir machten ab, ich komme nach. Doch daraus wurde nichts, es wurde nur langsam besser. Er kam nach ein paar Tagen wieder zurück. Irgendwann ging es besser und wir kletterten auf den wunderschönen, etwas vergessenen Nevado Yanamarey. Zurück in Huaraz, ging es wieder los. Ich verbrachte weitere Tage im Bett. Irgendwann lag der Entscheid nahe, dass ich in die Schweiz zurück reise. Damian konnte zum Glück danach mit dem spanischen Expeditionsteam verschiedene Gipfel wie den Chopicalqui oder Tocclaraju besteigen. 

 

Etwas wehmütig kam ich in der Schweiz an. Ich war enttäuscht. Obschon die Verhältnisse dieses Jahr nicht so gut waren, hatte ich das Gefühl, wir sind bereit für den Pfeiler. Es lehrte uns einmal mehr, auf unseren Körper zu achten. Man soll und kann in den Bergen nichts erzwingen, sonst kommt es nicht gut. Ich regenerierte mich schnell und freute mich bald wieder auf die nächste Reise.

 

Fotos: D. Göldi. All rights reserved.

Zurück in den Bergen

Vor einer Woche konnte ich meine Kompanie entlassen :-) Seit dahin bin ich wieder "Vollzeit" in den Bergen unterwegs... um unsere gemeinsame Expedition nach Peru im Juni vorzubereiten trainiere ich häufig mit Damian zusammen. 

 

Bereits seit langer Zeit wollte ich aufs Kleindoldenhorn, wie es der Name sagt, der kleine Bruder des Doldenhorns. Seine Westwand ist super abgelegen, angenehm steil und weist zum abfahren einen hohen Spassfaktor auf! So genossen wir am Mittwoch die 2300hm von Kandersteg hinauf zum Gipfel. Heute "watschelten" wir über die Westflanke auf den Eiger. Auch hier, die Verhältnisse sind super, wenn auch etwas hart. Dennoch kann man die gesamte Flanke abfahren, top! Nun geht es mit dem Training weiter. Wir versuchen uns bestmöglich auf das kommende Projekt in der Cordillera Huayhuash vorzubereiten.

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