Mit alten "Pommes-Frites-Ski" und Pisten-Skischuhen fellten wir los. Mein Vater legte eine Spur in den frischen Pulver. Es war kalt, der Schnee glitzerte, die Bäume waren verschneit. Oben wurde es steil, der Schnee hart. Scheinbar unendlich viele Spitzkehren folgten. Ich war überfordert, kämpfte, schwitzte, hatte Angst abzurutschen. Meinen Vater interessierte es kaum. Er meinte: "Wenn du etwas machst, dann mach es richtig". Recht hatte er! Von da an war ich wie besessen von den Bergen. Es folgten bald weitere Touren, vom einfachen Felsklettern bis hin zu den klassischen Nordwände der Alpen. Oft war ich alleine unterwegs. Ganz selbst für sich verantwortlich zu sein, keine Fehler machen zu dürfen, genau das war mein Ding. Dem Skifahren blieb ich treu. Die Kontrolle sowie das Gefühl der Unbeschwertheit beim Steilwand-Skifahren gibt mir extrem viel Energie für den Alltag!

 

Schon früh entdeckte ich den Reiz des Unbekannten. Mit 19 Jahren unternahm ich zum ersten Mal eine Expedition nach Südamerika. Die Kultur, das Leben und die Einstellung auf dem anderen Kontinent gefiel mir so gut, das 2 weitere Reisen bald darauf folgten.

 

Damit ich mich voll auf den Sport konzentrieren kann, studiere ich 2017 Teilzeit an der Berner Fachhochschule Wirtschaftsingenieurwesen. Obschon ich professionell auf unsere Projekte hin trainiere, steht für mich immer das Abenteuer an erster Stelle. Ob ich am Ende auf dem Gipfel stehe, ist sekundär. Denn es geht ums Gesamterlebnis: das Entdecken von neuen Orten, das intensive Erleben, die Angst, das Leiden und Kämpfen in schwierigen Situationen, letztlich um das gesunde Zurückkommen in die Zivilisation. Genau so, wie ich es auf meiner ersten Skitour im Gantrisch erleben durfte.

 

Mit herzlichem Gruss

Marcel