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AUF WELTREISE MIT RAD UND BERGMATERIAL

Ein kleiner Bubentraum von mir: auf einer Reise rund um die Welt fremde Länder, Kulturen und Klimazonen entdecken. Dass ich einmal an dem Punkt stehe, ernsthaft eine Weltreise auf dem Fahrrad und mit Bergmaterial zu planen, hätte ich mir nie gedacht. Jetzt ist es soweit, das Projekt wird konkreter und nimmt Form an. Warum überhaupt so etwas "komisches"? Bergsteigen ist eine grandiose Möglichkeit, sich kreativ auszudrücken und seinen ganz eigenen Weg gehen zu können. Ein gängiges Sprichwort lautet: "Die Berge - der grösste Spielplatz der Welt". Da ist was dran! Nach meiner Sturm und Drang Zeit im Bergsport muss ich diese Aussage revidieren: es sind nicht nur die Berge, sondern auch die grossen Weiten, die Wälder, die konträren Kulturen und spannenden Lebensweisen der Menschen, die ein Abenteuer so spannend und erlebenswert machen. In den vergangenen Jahren erkannte ich, dass das reine Bergsteigen für mich ein sehr limitierendes Erlebnis ist und mich gewissermassen in eine Sackgasse führt. Auf einer klassischen Expedition komme ich durchaus mit einheimischen Menschen und Kulturen in Kontakt, bin aber nicht wirklich in der Lage, "über den Berg hinauszuschauen". Denn die grösste Zeit beschränkt sich während der Reise auf das Warten im Basislager und Klettern am anvisierten Berg.

 

Auf all den Expeditionen und Reisen hatte ich die Möglichkeit, so viele tolle Menschen in den abgelegensten Regionen kennenlernen zu dürfen. Und jede einzelne Person hat ihre ganz persönliche und spannende Geschichte! Auch wenn es nicht immer einfach ist, sich zu verständigen, kommt immer ein gewisser Austausch zu Stande (gell Damian, Zeichensprache sei Dank). Diese Geschichten möchte ich festhalten und nach der Reise mit euch teilen. Wenn ich spontan an unsere Zeit in Kirgistan zurückdenke, da hatten wir ein prägendes Erlebnis. In der ehemaligen Sowjet-Union ist Wodka (leider) sehr verbreitet und führt oft zu Alkoholproblem. So auch bei einem Bauer in einem abgelegenen Tal. Reitend kam er uns entgegen und kippte von einer Seite zur anderen. Man stelle sich das bildlich vor: er hing mehr als 90 Grad seitlich vom Pferd runter und war so betrunken, dass er sich nicht mehr selbständig aufrichten konnte. Mit Pferd und Anhang wanderten wir hinauf zu seiner kleinen Jurte und verfrachteten ihn in sein Bett. Solche Erlebnisse stimmen mich nachdenklich, denn es zeigt nur eines der vielen vernetzten "kleinen" (oder eben grossen) Probleme unserer Welt auf!

 

Und da ist natürlich der leistungssportliche Aspekt. Die Faszination, nicht nur über mehrere Wochen, sondern mehrere Monate und Jahre immer wieder Leistung aufs Neue zu bringen, die lässt mich definitiv nicht mehr los. Denn bei solchen Geschichten sind 95 Prozent Kopfsache. Und die mentale Erfahrung und Herausforderung ist für mich beim Bergsteigen wie auch im Ausdauersport ein zentraler Antriebsfaktor. Nichts macht mir mehr Spass, als wochenlang unterwegs sein zu dürfen und zu leiden. Was gibt es schöneres, als jeden Morgen aufzustehen und in ein neues Abenteuer starten? Nicht zu wissen, wo genau man am Abend ankommt? Das Bergsteigen steht natürlich ebenso im Zentrum! Während der Reise mache ich in all den kleinen und unbekannten Gebirgen kleine und kreative Erstbegehungen. Von all den prestigeträchtigen und berühmten Bergen lasse ich auf jeden Fall die Finger.

 

Die Spielregeln und die geplante Route:

  • Ich fahre mit dem Gravelbike und minimalem Bergmaterial einmal rund um die Welt. Obschon ich eine grobe Routenplanung erstellt habe, ist die genaue Wahl der Strecke flexibel. Ich schaue einfach was passiert, und wo genau mich die Reise hinführt.
  • Der Start ist zwischen 2022 und 2024. Zuerst werde ich Arbeiten, um mir diese Reise finanziell überhaupt leisten zu können.
  • Der Zeit-Horizont für die Umrundung beträgt 1.5 bis 2 Jahre. Es geht mir nicht darum, irgend einen Rekord aufzustellen. Nichts desto trotz behalte ich den leistungssportlichen Aspekt bei und bleibe jeden Tag aufs Neue dran.
  • Ich hinterlasse einen so geringen CO2-Fussabdruck wie möglich. Konkret heisst das: die Ozeane überquere ich auf einem Segelschiff. Ansonsten mache ich alles aus eigener Kraft und ohne logistische Begleitung. Wenn jemand Zeit und Lust hat, mich auf einem Teilabschnitt zu begleiten, dann ist sie oder er natürlich herzlich Willkommen! Damian wird ganz bestimmt auf einigen Bergtouren in Asien mit von der Partie sein.

Am liebsten würde ich bereits nächsten Sommer nach dem Abschluss meines Studiums starten. Dies ist natürlich weder realistisch noch sinnvoll. Denn die Aktion bedarf einer äusserst seriösen körperlichen, mentalen wie auch materialtechnischen Vorbereitung. Dazu werde ich vorwiegend in den Alpen sowie in Kirgistan längere Trainingseinheiten und kleinere Expeditionen unternehmen. Ich freue mich riesig auf diesen Vorbereitungsprozess! Noch mehr freue mich auf die kommenden Monate mit Damian in unserer Lodge in Süd-Kirgistan, wo wir ein kleines Tourismus-Projekt aufbauen. Zentralasien ist eine optimale Umgebung zur Vorbereitung auf dieses Projekt. Ebenso freue ich mich darauf, ab nächstem Sommer eine erste berufliche Stelle als Wirtschaftsingenieur in Angriff zu nehmen. Bei Fragen rund um das Projekt könnt ihr euch einfach direkt bei mir melden (via Kontaktformular oder Natelnummer).

 

Liebe Grüsse

Marcel

 


A JOURNEY AROUND THE WORLD WITH BIKE & MOUNTAIN GEAR

A little childhood dream of mine: to discover foreign countries, cultures and climatic zones on a journey around the world. I never imagined that I would ever be at the point where I would seriously start to plan a trip around the world on a bike and with mountain equipment. Now the time has arrived, the project becomes more concrete and begins to take a concrete form. Why something so " fancy" at all? Mountaineering is a great opportunity to express yourself creatively and to go your own way. A common expression is: "The mountains - the biggest playground in the world". That's true! After my "Sturm und Drang" time in mountaineering I have to review this statement: it is not only the mountains, but also the great distances, the forests, the contrasting cultures and exciting lifestyles of the people that make an adventure so exciting and worth experiencing. In the past years I realized that pure mountaineering is a very limiting experience for me and leads me into a kind of blind end. On a classic expedition I get in contact with local people and cultures, but I am not really able to "look beyond the mountain". Most of the time during the trip is limited to just waiting in the base camp and climbing the mountain I'm going to do.

 

On all the expeditions and trips I had the opportunity to meet so many great people in the most remote regions. And every single person has their own personal and exciting story! Even if it is not always easy to communicate, there is always a certain exchange. I would like to capture these stories and share them with you after the trip. When I think back spontaneously to our time in Kyrgyzstan, we had a memorable experience. In the former Soviet Union vodka is (unfortunately) very common and often leads to alcohol problems. This was also the case with a farmer in a remote valley. He came riding towards us and tipped from one side to the other. Imagine this picture: he was hanging down from the side of the horse at more than 90 degrees and was so drunk that he could no longer stand up on his own. With the horse and his dog we walked up to his little yurt and put him in his bed. Experiences like this make me thoughtful, because it only shows one of the many interconnected "small" (or even big) problems of our world!

 

And there is of course the high-performance sports aspect. The fascination of performing again and again, not only over several weeks, but over several months and years, is something I definitely can't get rid of. Because with these kinds of stories, 95 percent of them are mental. And the mental experience and challenge is a central driver for me in mountaineering as well as in endurance sports. Nothing gives me more pleasure than being on the road for weeks and to suffer. What could be better than getting up every morning and starting a new adventure? Not knowing where exactly you will arrive in the evening? Of course, mountaineering is also in the center of attention! During the trip I make small and creative first ascents in all the small and unknown mountain ranges. Of all the prestigious and famous mountains I will definitely "keep my hands off" as you say in Switzerland.

 

The "rules of the project" and the planned route:

  • I ride around the world on a gravel bike with minimal mountain material. Although I have made a rough route plan, the exact choice of the route is flexible. I just look what happens and where exactly the journey will take me.
  • The start is between 2022 and 2024, but first I will work to be able to finance this trip.
  • The time horizon for the circumnavigation is 1.5 to 2 years. I am not interested in setting any records. Nevertheless, I will keep the high-performance sports aspect and stay on the move every day.
  • I will leave a CO2 footprint as small as possible. In concrete terms this means: I cross the oceans on a sailing boat. Otherwise I do it all on my own and without logistical support. If someone has the time and pleasure to join me on a leg of the journey, then she or he is of course very welcome! Damian will definitely be part of some mountain trips in Asia.

I would like to start as early as next summer after graduating from my studies. Of course this is neither realistic nor meaningful. Because the project requires an extremely serious physical, mental and material preparation. For this purpose I will undertake longer training sessions and smaller expeditions, mainly in the Alps and in Kyrgyzstan. I am really looking forward to this preparation process! I am even more excited about the coming months with Damian in our lodge in South Kyrgyzstan, where we are building up a small tourism project. Central Asia is an ideal environment to prepare for this project. I am also looking forward to starting my first job as an industrial engineer next summer. If you have any questions concerning the project, please contact me directly (via contact form or mobile).

 

Best regards

Marcel